RAPKARTELL

DJ Zirk – Underworld


„Underworld“ von DJ Zirk erschien zwar erst zum Anfang dieses Jahrtausends, bei der Musik handelt es sich allerdings um restaurierte Versionen von Tracks, die in den Neunzigern bereits auf den Tapes der zahlreichen vertretenen Rapper veröffentlicht wurden. Man muss sich also keine Sorgen machen, dass man hier den poppigeren Crunksound der letzten Jahre vorgesetzt bekommt – „Underworld“ wird seinem Namen gerecht und zelebriert zu hundert Prozent den schmutzigen Memphis Style, der in erster Linie durch die Three 6 Mafia und deren Klassiker „Mystic Stylez“ populär wurde. Das heißt in der Regel gibt es einen langsamen Beat, die Hook besteht aus verlangsamten Wortschnipseln anderer Songs, die Texte handeln von Mord, Drogen und all der kranken Scheiße, die sich in den Köpfen der Interpreten abspielt, und die Soundqualität ist trotz Restauration alles andere als gut. Neben bekannten Größen wie DJ Squeeky, Tom Skeemask, Buckshotz, Criminal Manne, Tini Mane und natürlich Zirk selbst sind ganze Heerscharen von Rappern aus Orange Mound auf „Underworld“ vertreten und machen diese Kollektion zu einem Must-Have für jeden Freund dieses Stils. Bei insgesamt 16 Tracks lässt sich kein einziger Ausfall vermelden, stattdessen kriegt man hier Bretter wie die sechsminütige Tötungsorgie „Too Thick“ (überragender Auftritt von Buckshotz!), das schaurig-finstere „Born 2 Lose“ mit einem der ersten Auftritte überhaupt von Criminal Manne, „Strap Wit Dem Thangz“ mit einem abermals großartigen Buckshotz und natürlich die Hymne „Lockem In Tha Trunk“ zu hören, bei der neben Zirk auch Tony Down einen bemerkenswert starken Eindruck macht. Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Album aufzutreiben. Da die Originaltapes ohnehin unbezahlbar und in der Regel auch noch von RICHTIG mieser Qualität sind, ist ein Best Of in dieser Art ausnahmsweise mal richtig sinnvoll. Es wäre schön, wenn sich das mal mehrere von den alten Recken zu Herzen nehmen würden.

8,5/10

2002 O.M.V. Muzik