RAPKARTELL

Gank Move – Come Into My World


Das einzige mir bekannte Album „Come Into My World“ des Duos K.O. Kill und Bang, kurz Gank Move, macht seinem Namen alle Ehre und entführt den Hörer in die Straßen von Detroit, die von Gewalt, Drogen und Paranoia geprägt sind. Die Beats, die vom Duo selbst gefertigt wurden, sind enorm minimalistisch gehalten, aber trotzdem noch melodisch genug, um eine schwere, fast schon mystische Atmosphäre zu erzeugen. Um einen Eindruck der Lyrics auf diesem Album zu bekommen, hier nur mal ein kleiner Auszug aus „Murderer“: „I’m like a black knight, something close to fright night, vision is blurry as I damage your eyesight, Uzis and AKs, Nines and Twelve Gauges, grenades and handblades, yo I’m on a rampage“ – so geht das hier eigentlich die ganze Zeit. Gank Move erfinden das Rad also mitnichten neu, leisten sich allerdings bei keinem der zehn Tracks auch nur den geringsten Ausfall. Jeder Song ist mindestens solide, einige stechen allerdings besonders heraus: Der Opener „Trigga Man,“ die Singleauskopplung „Real Niggas & OGs“, die etwas melodischer als der Rest des Albums daherkommt und mich stark an die Musik aus der Bay Area dieser Zeit erinnert, „Suckers Can’t Fade“ sowie das bereits erwähnte „Murderer,“ ein Epos des Murder Rap. Dumpfer Bass, im Refrain Samples von unter anderem Bushwick Bill und Mastamind zusammengeschnipselt und ansonsten nichts außer fünfeinhalb Minuten brutalste Raps von Gank Move sowie Big Ray Deez, der den beiden Homies in keinster Weise nachsteht: „I keep smokin all fools who try to fade me, the psycho, maniac, y’all know I’m crazy, see if you can step to this, if you think you’re bad enough, I bust you in the face with my nine when I get mad enough.“ Für mich ohne Frage der beste Track des Albums, aber die ganze Scheibe ist hörenswert. K.O. Kill und Bang setzen auf altbewährtes und fahren gut damit. Wer den Gangsta Rap der 90er mag und keine großen Innovationen erwartet, wird an „Come Into My World“ seine Freude haben.

7,5/10

1994 Push Play Records