RAPKARTELL

Jedi Mind Tricks – Violent By Design


Was die Jedi Mind Tricks aus Philadelphia im Jahr 2000 auf ihrem zweiten Album „Violent By Design“ abgeliefert haben, lässt sich kaum in eine Schublade einordnen. Bombastische, pompöse, finstere, vielseitige, in dieser Art nie dagewesene Produktionen aus der Feder von Stoupe The Enemy Of Mankind, dazu die vor Gift und Galle strotzenden Reime von Ikon The Mic King (Vinnie Paz) und Jus Allah sowie fast allen, die im Underground Rap der Ostküste Rang und Namen haben lassen schnell erkennen, warum „Violent By Design“ von vielen als eines der besten Alben aller Zeiten angesehen wird. Als ob die Musik alleine nicht schon genug wäre, hat Stoupe sich bei den Übergängen zwischen Songs mehrfach bei dem Science-Fiction-Film Pi bedient, dessen Zitate die ohnehin schon düstere Atmosphäre noch um ein Vielfaches verdunkeln. Selten habe ich ein Rap Album gehört, das musikalisch dermaßen anspruchsvoll ist – hier kann von hören eigentlich kaum noch die Rede sein, „erleben“ wäre eher treffend.. „Retaliation“, „Genghis Khan“, „The Deer Hunter“, „Death March“, „Trinity“ – die Liste der Hits ist bei diesem Release so lang, dass ich sie hier nicht vollständig aufzählen kann. Die Produktion hätte elf von zehn Punkten verdient; Abzüge gibt es einzig und allein für die MCs, die einem Stoupe auf der Höhe seines Schaffens nicht immer gerecht werden, zumal ihnen abgesehen von doch recht kreativen Gewaltphantasien ein bisschen die Themen fehlen. Nichtsdestotrotz gehört „Violent By Design“ zu den Alben, die man als Rapfan einfach gehört haben muss.

9/10

2000 Superregular Records