RAPKARTELL

Ratt Pac – The Home Of The Killaz And Crack


Mississippi ist nicht unbedingt berühmt für seine riesige Rapszene, gerade im Vergleich zu den Nachbarstaaten wie Tennessee oder Louisiana ist dieser Staat ein nur wenig beschriebenes Blatt. Eins der wenigen Alben von dort, die trotzdem zumindest in Underground-Kreisen als Klassiker gelten, ist mit Sicherheit „The Home Of The Killaz And Crack“ vom Duo Ratt Pac aus Jackson, das 1998 über Monetary Records veröffentlicht wurde. Der Status hängt zwar sicher auch mit den teilweise horrenden Preisen zusammen, die für das Album heute aufgerufen werden, im Gegensatz zu vielen dieser teuren Alben stimmt hier aber auch die Musik – und wie! Auf leider nur 10 Tracks zeigen die beiden ihr ganzes Können und decken textlich die klassischen Gangsta Rap Themen ab: Ghetto, Drogen, Ghetto, Mord, Ghetto. Das machen sie alles gut, authentisch und unterhaltsam, aber richtig interessant wird es vor allem, wenn sie den Sinn dieser Existenz in Frage stellen in „Askin’ God“ – großes Kino! Auch die Beats, die von Freddie Young und Mike Collins gezimmert wurden, passen wie die Faust aufs Auge und sind gerade für ein „Underground-“Album erstaunlich sauber produziert. Das Highlight in dieser Hinsicht dürfte „You Bitch Mothafuckas“ sein, dessen wummernder Bass und nervenaufreibende Pfeiftöne dem Hörer mal so richtig die Schuhe ausziehen; aber es geht auch deutlich entspannter, so gesehen zum Beispiel in „Rat Pac’n“ oder „Live Like A Hustler“.

Damit ist das Album so gut wie komplett beschrieben und es wurde noch kein einziger Kritikpunkt genannt. Der Grund dafür? Es gibt keine! Etwas länger hätte das ganze ruhig dauern dürfen, zumal es meines Wissens nach das einzige Album des Duos war (einen Sampler des Labels Monetary Records gab es noch), aber ansonsten ist das hier eine klasse Vorstellung. Wer die Chance hat, sollte sich „The Home Of The Killaz And Crack“ ins Regal stellen und hätte damit schon das vielleicht wichtigste Album aus Mississippi zuhause.

8,5/10

1998 Monetary Records