Sarkastik – No Gimmiks, No Image, Straight Lyriks
Lasst euch von dem dümmlichen Cover nicht beirren – Sarkastiks zweites Album aus dem Jahr 2003 hat einiges zu bieten. Nachdem der Mann aus Seattle 1999 sein Debüt „Sarkazm“ über Twomp-O-Six Records veröffentlichte, das aufgrund durchschnittlicher Produktionen nur in Ansätzen hörenswert war, hat er für „No Gimmiks, No Image, Straight Lyriks“ sein Glück in die Hände von D-Sane und dessen Label Street Level Records gelegt. Schon nach wenigen Tracks merkt man: Das war ein guter Schritt. Sarkastik pöbelt mit seiner Reibeisenstimme wie eh und je und harmoniert dabei wunderbar mit den Beats, die ihm D-Sane zusammengeschustert hat. Das einzige Manko: rund die Hälfte der Beats hat Sarkastik wieder selbst produziert. Beim Studieren des Booklets fällt auf, dass mit wenigen Ausnahmen alle richtig guten Tracks von D-Sane stammen. Sarkastiks Talent liegt eindeutig woanders: Neben seinem häufig variierenden Flow und seiner ohnehin beeindruckenden Stimme zeigt er sich auch thematisch erfrischend vielseitig. Abgesehen vom überflüssigen „My Main Girl“ handeln seine Lyrics etwa von Therapiesitzungen oder seinem Wahnsinn („End Of My Rope“) – auch sein Status als „Street Level“ Rapper wird immer wieder thematisiert, wobei er alles mit Humor nimmt („People say ‘yo Kas, why don’t you give up?’ ‘Why? I had a show last night and all three people showed up“) – Sarkastik eben. Ein paar (sehr gute) Representernummern werden mit dem futuristischen „Blaze Blocks“, „Mr. Troy“, „No 1 Live As Me“ und „One Mo Gin“ ebenfalls eingestreut, sodass die Abwechslung hier auf keinen Fall zu kurz kommt. Einige seiner neuen Labelkollegen sind ebenfalls zu hören, bleibende Eindrücke hinterlassen allerdings nur Crytical und Syko auf „Infectious Game“; wirklich nötig hat dieses Rindvieh aber ohnehin keine Unterstützung, wenn es um die Performance am Mikrophon geht. Es bleibt unterm Strich also die Frage, was hätte möglich sein können, wenn die Anteile an der Produktion etwas anders verteilt gewesen wären. Da man das aber nicht klären kann, höre ich lieber weiter „Blaze Blocks“ und Konsorten und erfreue mich an dem, was hier abgeliefert wurde: ein gutes Album mit vielen Highlights.
7,5/10
2003 Street Level Records
