Sav Sicc & Bleezo – Twin Evil
Sav Sicc und Bleezo aus Sacramento habe ich zum ersten Mal 2005 auf den beiden C Way Samplern „Death Threatz“ und „Lyrical Octane“ gehört, wo die beiden tragende Rollen spielten. Beide wussten dort mit ihren schnellen Raps durchaus zu überzeugen, und so war die Vorfreude groß, als im Jahr 2007 dann ihr gemeinsames Album „Twin Evil“ erschien, wo neben der C Way Familie erlesene Gäste wie Brotha Lynch Hung, X-Raided oder Zagg zu hören sein sollten.
Bei aller Vorfreude stellt sich dann allerdings schon bald Ernüchterung ein, wenn man die Scheibe durchhört. Paradoxerweise ist ausgerechnet der Opener „Aaaaay“ der beste Track des Albums; hier hört man, wie es eigentlich hätte laufen können. Ein düsterer Beat von Phonk Beta, dazu die fixen Raps der gut harmonierenden Youngster und fertig ist ein echter Banger. Leider geht es so nicht weiter; der Rest der 20 Tracks ist überwiegend Magerkost, was in erster Linie an der Produktion liegt. Zwar sind mit G-Macc, King und eben Phonk Beta durchaus fähige Leute am Werk gewesen, der Großteil der Beats stammt allerdings von Bugzy und CNI, die sich hier wirklich nicht gerade mit Ruhm bekleckern. „Bloccstar“ beispielsweise ist völlig dumpf produziert, „Blocc It Up“ oder „Scandalous“ sind ähnlich unnötig. Auch die hochkarätigen Features überzeugen nicht unbedingt: Brotha Lynch Hung wirkt auf dem ansonsten guten Titeltrack eher gelangweilt, X-Raided ist im „Skit“ nur übers Telefon zu hören, da er seinen Vers aus dem Gefängnis dazugesteuert hat. Immerhin Zagg weiß in „Rep 4 Sac“ zu überzeugen.
Und so ist es hier meist eine Frage des Beats, ob ein Song funktioniert oder nicht. Beide Rapper verfügen über starke Flows, doch auch sie können Mist wie „Chop Shit Down“ nicht retten, auch deshalb, weil sie andere Themen als die immergleichen Ghetto Stories, Battles und Representation derzeit offenbar noch nicht im Angebot haben. Lichtblicke sind unter anderem die erwähnten „Aaaaay“, „Know Where You’re At“ und „Threat 2 Peace“, die alle von Phonk Beta produziert sind, sowie „Lyrical Combat“ aus der Feder von King. Unterm Strich ist das allerdings ziemlich wenig. Es bleibt die Erkenntnis, dass Sav Sicc und Bleezo vielversprechende Talente sind; mit etwas mehr Reife, interessanteren Themen und vor allem besseren Beats sollten beide in der Lage sein, das bereits angekündigte „Twin Evil 2“ hörenswerter zu gestalten. Gelingt ihnen das, kann man „Twin Evil“ als überflüssigen Ausrutscher auf dem Weg zur Spitze ansehen. Bis dahin sollte man sich lieber “Lyrical Octane” oder “Death Threatz” anhören, um sich ein Bild von den Skills der beiden zu machen.
4/10
2007 CWAY Muzicc
