Tech N9NE – Vintage Tech
Tech N9NE aus Kansas City, Missouri, hat sich auch ohne Vertrag bei einem Major Label einen Namen gemacht mit Songs wie „Einstein,“ „The Industry Is Punks“ oder „Questions,“ der sogar auf dem Soundtrack zum Film „Gang Related“ erschien und bei dem ich zum ersten Mal darauf aufmerksam wurde, dass der Mann auch gerne mal rückwärts rappt. Richtig gelesen: das kann er. Überhaupt gibt es wohl nichts, was Tecca Nina mit dem Mikrophon NICHT anstellen kann; mal brüllt er, mal rappt er mit überfallartigem Tempo, mal gibt es kürzere Gesangseinlagen. Nicht zu Unrecht wird er von seinen Fans als der talentierteste Rapper überhaupt angesehen.
Das 2005 über sein damals noch recht junges Label Strange Music gedroppte „Vintage Tech“ ist eher ein Sampler als ein Album, da hier teilweise Features und teilweise unveröffentlichte Songs zu hören sind. Zudem kündigt Tech jeden Song an und erzählt etwas dazu, wie dieser entstanden ist. Dabei bekommt der Hörer ein gutes Bild vom Skillpaket des Mannes mit den orangenen Haaren: Auf dem brutalen „Now It’s On“ wird mit Partner Lejo um die Wette getwistet, auf „Trapped In A Psycho’s Body“ diskutiert Tech mit seiner zweiten Persönlichkeit, auf „Red Necro“ erzählt er auf einem abartig finsteren Beat, wie er sich mit dem Ku-Klux Klan anlegt und auf „S.H.E. (Seductive Human Erotica),“ wie ihm eine Stripperin all sein Geld abnimmt.
Soviel zum Positiven. „Vintage Tech“ ist zwar kein „richtiges“ Album, teilt aber doch ein entscheidendes Problem mit seinen Studioalben: Das Niveau wird leider nicht beständig gehalten. Immer wieder hört man von ihm Songs wie „Monster,“ die absolut beeindrucken, daneben finden sich dann aber auch überflüssige Nummern wie „Save Yourself“ oder „The Grench,“ die das Gesamtbild negativ beeinflussen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass das Verhältnis von Top-Tracks zu Schrott auf diesem Release ziemlich deutlich in die richtige Richtung zeigt. „Vintage Tech“ ist mehr als hörenswert und bietet, wenn man Tech N9NE noch nicht kennt, einen besseren Eindruck als viele seiner „richtigen“ Alben.
7/10
2005 Strange Music
